In „kommentiert:“, unserem Kommentar der Woche, spricht diesmal Gerald Svarovsky. Er ist freiberuflicher Honorarprofessor an verschiedenen staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen und erzählt von einer „neuen Vision für eine neue Welt“.(cb)
Der Kommentar zum Nachlesen:
Vor wenigen Wochen war ich in Bautzen Gast der Musicalaufführung „Treffpunkt Brunnen“. Aufgeführt wurde das Stück von Jugendlichen, die es im Rahmen des Projektes „ADONIA“, einem kirchlichen Musikcamp, in den Osterferien gemeinsam einstudiert hatten. Für alle Besucher gab es ein Programmheft, in dem u.a. auch die Vision & Mission von ADONIA erläutert wurde. Entstanden vor über 25 Jahren in der Schweiz, soll das Projekt „unser Land begeistern und Hoffnung verbreiten“.
Für die Aufführungen der jährlichen Musicals wurde im Jahre 2006 die ADONIA-Hymne „Unser Land“ komponiert. Im Text heißt es u.a.: „Unser Land braucht neuen Glauben, die Vision der neuen Welt. Ohne Gott fehlt uns die Hoffnung, die im Leben wirklich zählt. … Herr erbarm dich über unser Land und schenk Hoffnung jeder Generation. Nimm du uns ganz neu an deine Hand. Führe du die ganze Nation.“
Wenn ich mir diese wenigen Liedzeilen durchlese, gern auch einmal den christlichen Bezug dabei ausblende, dann treffen diese Worte meiner Meinung nach genau das Kernproblem unserer heutigen Zeit. Unserer Politik fehlt aktuell die glaubhaft vermittelte Vision der „neuen Welt“. Vielen von uns fehlt aber auch die lenkende und verlässlich führende Hand und damit das Vertrauen in die Zukunft.
Ich kann den ADONIA- Text einmal etwas anders formulieren: Unser Land braucht wieder den Glauben an die Kraft der hier wohnenden und arbeitenden Menschen. Unsere Erde und unser Land brauchen aber auch das Wissen, dass die neue Welt
nur eine gemeinsame, friedliche Welt aller Völker sein kann. Unsere Regierung muss Entscheidungen treffen, muss die Nation führen, muss dafür sorgen, dass alle Generationen – Kinder, Arbeitende und Senioren – Reformen akzeptieren, weil damit die berechtigte Hoffnung auf ein starkes, weltoffenes, wirtschaftlich starkes und soziales Deutschland besteht. Und wenn dann nicht in Wahlperioden gedacht wird, sondern an wirkliche Nachhaltigkeit, wenn Generationengerechtigkeit Grundlage von Entscheidungen ist, dann bleibt die neue Welt sicher keine Vision.
Gerald Svarovsky







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