Am 15. Juni begann vor dem Landgericht Görlitz der Prozess gegen einen 64-jährigen Mann aus Großhennersdorf. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor. Hintergrund ist ein Brand in einem Einfamilienhaus am 4. November 2025, bei dem die 86-jährige Mutter des Angeklagten ums Leben kam. Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten damals sowohl die Seniorin als auch ihren Sohn aus dem Gebäude retten. Beide wurden per Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Die 86-jährige Mutter des Angeklagten erlag allerdings kurze Zeit später ihren schweren Verletzungen. Der Sohn überlebte schwer verletzt. Nach Erkenntnissen der Anklage soll die Seniorin schwer krank gewesen sein. Ihr Sohn hatte sie über Jahre hinweg gepflegt und betreut. Die Ermittler gehen davon aus, dass er körperlich und psychisch zunehmend an seine Grenzen gekommen war. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft könnte es sich bei dem Geschehen auch um einen sogenannten erweiterten Suizidversuch gehandelt haben. Das Gericht muss nun prüfen, wie sich wirklich in jener Novembernacht abgespielt hat und ob sich der Tatvorwurf des Totschlags bestätigen lässt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung.(red)
ZEITNAH – Nachrichten für die Lausitz
Görlitz/Großhennersdorf: Prozessauftakt nach Brand mit Todesfolge
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