Die Grasnelke ist eine mehrjährige Pflanzenart aus der Familie der sogenannten Bleiwurzgewächse. Demnach ist ihr Name irreführend, denn sie gehört sie nicht zu den Nelkengewächsen. Typisch für die Grasnelke sind ihre schmalen, grasähnlichen Blätter, die dicht am Boden wachsen und denen sie wohl auch ihren Namen verdankt. Aus der Mitte der Blattrosette wachsen jeweils lange, dünne Blütenstängel, die bis zu 30 cm hoch ragen können. An deren Ende befindet sich ein eher kugeliger Blütenstand mit zahlreichen kleinen, meist rosafarbenen bis violetten Einzelblüten. Die lange Blütezeit reicht von Anfang Mai bis in den Oktober hinein. Die Grasnelke ist besonders gut an trockene und nährstoffarme Böden angepasst. Man findet sie beispielsweise auf Trockenrasen, Sandflächen, Dünen und mageren Wiesen. Sie bevorzugt dabei sonnige Standorte und kann auch mit salzhaltigen Böden gut zurechtkommen. Ihre schmalen Blätter verringern den Wasserverlust und sind somit eine ausgezeichnete Anpassung an trockene Bedingungen. Damit ist die Grasnelke eine recht bemerkenswerte Pflanze, die mit sehr wenig auskommt und selbst dort dauerhaft blüht, wo andere Pflanzen längst aufgeben. Auch ökologisch ist die eher unauffällige Grasnelke wichtig, insbesondere auf trockenen und landwirtschaftlich kaum nutzbaren Flächen. Ihre Blüten bieten einer Vielzahl verschiedenen Insekten Nahrung. Damit trägt sie zum Erhalt von Artenreichtum in diesem speziellen Lebensraum bei. Allerdings ist die Grasnelke selbst auf bestimmte Lebensbedingungen angewiesen. Werden nährstoffarme Flächen beispielsweise durch Düngung verändert, wird die Grasnelke auf Dauer zurückgedrängt. Die Pflanze ist nicht giftig und wurde früher in der Naturmedizin zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt. Heutzutage spielt sie in der Naturheilkunde keine Rolle mehr. Allenfalls die essbaren, hübschen Blüten werden zur Dekoration von Speisen genutzt.
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natürlich Lausitz: Die Grasnelke
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