Lausitzkommentiert: Verstehen wir uns? Was ist Demokratie?

Heute spricht in „kommentiert:“ der ehemalige Militär- und Polizeipfarrer aus Hoyerswerda, Peter Paul Gregor. Ihm geht es heute um den Begriff der Demokratie und worüber wir dabei überhaupt sprechen.(fk)

Der Kommentar zum Nachlesen:

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer unserer LAUSITZWELLE!

In letzter Zeit bewegt mich die Frage, ob wir uns untereinander überhaupt noch verstehen. 

Besser gesagt: Obwohl wir miteinander deutsch sprechen, habe ich den Eindruck, wir sind Fremdlinge im eigenen Land geworden. 

Ich kann mich an die Jahre nach dem Mauerfall erinnern, als ich die westdeutschen Gesprächspartner nicht verstand, weil sie sich eines Vokabularsbedienten, was mir fremd war.

Das beruhte wohl auf Gegenseitigkeit. 

Stellen Sie sich einmal vor, sie müssten jemandem erklären, was Demokratie, Menschenwürde, Gleichberechtigung, Wahlrecht, Rechtsstaat usw. usf. ist.

Für mich gilt immer der berühmte Satz meines alten Philosophie- Professors,Konrad Feiereis: Nach 30 Minuten Diskussion müsstest Du mal fragen, was dein Gegenüber mit seinen Begriffen meint? 

Eine Empfehlung für Talk-Shows.

Ich werde beim Begriff Demokratie jetzt bleiben. Sagen Sie mir bitte, was ist Demokratie?

Ich kann Ihnen bestätigen, dass viele die Demokratie zum lebendigen Götzen gemacht haben. Die Demokratie wird zu einem Phantom mit Vernunft und Gewissen und damit zu einer Entscheidungskraft erhoben, die sie gar nicht ist.

Mir kommt es so vor, als wäre sie das Wunder- bzw. Betäubungsmittel für eineausgelaugte deutsche Gesellschaft. 

Autoritätsverlust in einer Demokratie führt zur Sucht nach einem beliebigen Führer oder einer Führerin. Ihre verlogenen Reden werden als Parolen so langewiederholt, bis der Letzte sie glaubt.

Sind wir Demokraten oder Geschädigte?

Demokratie lebt von aufgeklärten, lebensorientierten und gebildeten Menschen. Das sind jene Menschen, die den Mitbürger wahrnehmen und sein Leben in der Gesellschaft akzeptieren. 

Besser: Wir sind aufeinander angewiesen. Ich kann mit der Hilfe des anderen rechnen. Das freundliche Miteinander erleichtert manche schwierige Situation des Alltags. 

Frage: Sind Sie ein Demokrat oder eine Demokratin? Wenn ja, dann wissen Sie, was zu tun ist.

Peter Paul Gregor

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