Lausitz – kommentiert: Schnickschnack fürs Gehirn?

Am Donnerstag veröffentlichen wir immer „kommentiert:“, unseren Kommentar der Woche. Diesmal zu hören, ist Peg Koedel. Sie ist die Geschäftsführerin der medienfux gGmbH und studierte Informationswissenschaft mit dem Fokus auf alle Bereiche der Medienbildung und digitaler Archivierung. Sie wirft heute einen Blick auf die Welt der Videospiele und wieso diese auch für ältere Personen eine positive Wirkung haben können.(fk)

Der Kommentar zum Nachlesen:

Schnickschnack fürs Gehirn?

Ein Controller in der Hand, und plötzlich steckt man mitten in einer Geschichte und einer wundersamen neuen Welt. Klingt ungewohnt? Genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick. Was Sie bisher über Computerspiele gehört haben, muss nicht stimmen.

Es gibt wunderschöne Spiele mit fantastischen Grafiken und Geschichten, die einen fesseln. Man kann eigene Welten bauen oder mit dem Raumschiff durch ganze Galaxien reisen. Und nicht jedes Spiel verlangt schnelle Reaktionen. Viele lassen sich in ganz eigenem Tempo spielen, ohne Hektik.

Warum nicht die Enkel fragen? Was spielt ihr gerade? Was findet ihr spannend? Dann gemeinsam hinsetzen, ein Spiel aussuchen und einfach losprobieren. Gerade im Winter und zur Weihnachtszeit findet sich dafür oft ein Quäntchen Zeit. Und Enkel freuen sich, wenn Oma oder Opa wirklich Interesse zeigt.

Mit dem Älterwerden kommt bei manchen Menschen die Einsamkeit. Internetbasierte Spiele können dem etwas entgegensetzen. Man ist nicht allein, sondern Teil einer Gruppe. Man verabredet sich, tauscht Tipps aus und lacht gemeinsam. So entstehen Kontakte, die im Alltag oft fehlen.

Und das Gehirn? Es bleibt beweglich, wenn es ständig etwas Neues lernen darf. Ein Spiel verlangt, dass man sich Regeln merkt, Dinge ausprobiert und auch mal scheitert. Genau das macht Spaß und hält die Gedanken in Bewegung. Das hilft, um möglicher Demenz ein wenig vorzubeugen.

Und das Beste ist, man muss kein Technikprofi sein. Am Anfang wackelt man vielleicht, so wie beim Radfahren. Dann macht es Freude. Digitale Welten können im Alter eine tolle Ergänzung zum realen Leben sein und liefern auch großartigen Gesprächsstoff mit den Enkeln.

Peg Koedel

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