Lausitzkommentiert: Pfingsten – Eine Botschaft gegen die Angst

In „kommentiert:“, unserem Kommentar der Woche, hören wir heute Gabriela Hesse. Sie ist Äbtissin des Klosters Sankt Marienstern in Panschwitz-Kuckau und widmet sich in ihrem Kommentar heute Pfingsten. Einem Fest der Freude und der Hoffnung.(mp)

Der Kommentar zum Nachlesen:

Pfingsten – Eine Botschaft gegen die Angst

Auf dem Gelände unseres weiträumigen Klosterareals wird jedes Jahr Ende April der Baum des Jahres gepflanzt.

In diesem Jahr war es die Zitterpappel – Populus tremula – auch als Espe oder Aspe bezeichnet. Ein anspruchsloser Baum, der sich von Westeuropa bis Ostasien ausbreitet und oft auf Flächen gepflanzt wird, die durch Störungen der Vegetation wie Brände, Stürme oder Borkenkäfer geschädigt wurden.

Ich stand also vor dem noch nicht sehr großen Bäumchen und bemerkte sofort, wie die Blätter zitterten, obwohl es doch windstill war.

Das hatte ich so noch nie wahrgenommen. Mir fiel die Redewendung ein: „Du zitterst ja wie Espenlaub.“  Zittern wie Espenlaub. Vieles lässt uns innerlich erzittern, versetzt uns in Angst und Schrecken, raubt uns den Schlaf, die gute Laune, die Motivation.

Wir machen uns häufig Sorgen und Gedanken über etwas, das noch gar nicht eingetreten ist und oft auch gar nicht eintritt. Auch ich bin da nicht ausgenommen, obwohl mir manche scherzhaft sagen: 

„Du hast doch immer göttlichen Beistand.“

Hm, aber auch ich bin ein Mensch, der angefochten wird, manchmal kleinmütig und ängstlich ist, nicht genug Vertrauen hat.  Ja, manchmal bin ich auch so eine kleine Zitterpappel.

Wir feiern Pfingsten. Ein Fest, mit dem die meisten Menschen nicht viel oder gar nichts anfangen können. Für sie sind es ein paar freie Tage in der schönen Frühlingszeit, die gut genutzt werden können für Ausflüge, einen Kurzurlaub, etwas mehr Schlaf.

Pfingsten feiern wir sieben Wochen nach Ostern am 50. Tag, Pentecoste, wie es griechisch heißt: auf Deutsch einfach fünfzigster Tag. Ursprünglich ist es ein jüdisches Erntedankfest. 

Die Bibel schildert das mit starken Bildern. Viele Menschen waren damals in Jerusalem versammelt. Die Jünger Jesu dagegen waren, vielleicht ein wenig ängstlich, in einem Haus zusammen. 

Plötzlich brauste ein Wind durch die Stadt und fegte auch durch den verschlossenen Raum und öffnete Fenster und Türen. 

Der Heilige Geist kam in Form von Feuerzungen auf die Freunde Jesu herab.  Die wurden ergriffen und entbrannten im Wortsinn für die Botschaft Gottes. Fortan konnten und wollten sie von ihrem Glauben an Jesus einfach nicht mehr schweigen.

Sie bezeugten an allen Orten, in die sie kamen:  Jesus ist wirklich auferstanden, er lebt und auch wir Menschen werden nach unserem Tod auferstehen und leben. Eine ungeheuerliche Botschaft.

Millionen von Menschen lassen sich seitdem von dieser Botschaft über all die Jahrhunderte hinweg ergreifen. Gestärkt, angetrieben und begeistert. 

Erfüllt vom Heiligen Geist nennt das die Bibel. So ist Pfingsten für mich ein Fest der Freude und der Hoffnung. Ich vertraue auf Gottes Geist, auf seine Hilfe und seinen Beistand.

Ohne Pfingsten sind wir wie eine Zitterpappel, die vor sich hinzittert und wackelt, ängstlich, nichts auf die Reihe kriegen, vor allen möglichen Sachen wirklich Angst haben, uns zu viele Gedanken machen. Pfingsten ist das Fest der Freude, der Hoffnung, des Lebendigseins, wenn Gottes Geist kommt, den wir uns ja nicht so einfach vorstellen können. Für mich ist Pfingsten ein genauso hoffnungsvolles Fest wie Ostern und Weihnachten.

Ein Fest des puren Lebens.

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