Lausitzkommentiert: Die Ehrlichkeit von Kindern

In „kommentiert:“ – unserem Kommentar der Woche spricht heute Lars Bauer. Er ist der Geschäftsführer des Kreissportbundes Bautzen und teilt mit uns heute seine Gedanken zum Thema Ehrlichkeit der Kinder.(mp)

Der Kommentar zum Nachlesen:

Kinder sind die ungefilterte Wahrheit auf zwei Beinen und manchmal fühlt sich die Wahrheit an wie ein kleiner Stein im Schuh: unangenehm, schmerzhaft und man merkt sofort, dass etwas nicht stimmt. Kinder sagen, was sie sehen und denken: „Das ist hässlich“, „Der Kuchen schmeckt nach Pappe“ oder „Du bist heute müde, Papa“. Und dass ohne die diplomatischen Wattebäusche, mit denen Erwachsene unangenehme Wahrheiten verpacken. Das ist herrlich unbequem. Weil Ehrlichkeit bei Kindern nicht taktisch ist, sondern praktisch. Sie spart Zeit, erklärt Missverständnisse sofort und verhindert das jahrelange Herumrätseln, ob man nun beleidigt ist oder nicht. Erwachsene dagegen haben ein ganzes Vokabular für Ausreden erfunden: „Ich melde mich später“, „Vielleicht“, „Wir sollten mal“, was oft so viel heißt wie: „Ich habe keine Lust, aber ich will nett klingen.“

Ein bisschen kindliche Direktheit würde so manchem Meeting und mancher Diskussion guttun. Natürlich braucht Ehrlichkeit Taktgefühl. Kinder haben das nicht immer und das ist okay. Aber wir könnten uns eine Scheibe abschneiden: weniger Beschönigen, mehr Klartext, und wenn gewollt ein Lächeln dazu. Wenn ein Kind dir sagt, dass dein neues Outfit aussieht wie ein missglückter Regenbogen, nimm es als Geschenk. Lache, überdenke, und spare dir die höfliche Lüge. Manchmal ist die ungeschminkte Wahrheit der schnellste Weg zur besseren Version von uns selbst.

Lars Bauer

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