Lausitznatürlich Lausitz: Zottige Wicke

natürlich Lausitz: Zottige Wicke

Die Zottige Wicke, wissenschaftlich Vicia villosa genannt, gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Vermutlich aus dem Mittelmeerraum stammend, ist sie heute in vielen Teilen Europas und somit auch in der Lausitz weit verbreitet. Man findet sie an Wegrändern, auf Brachen sowie auf Wiesen und Äckern, besonders dabei auf eher trockenen und nährstoffarmen Böden.
Charakteristisch für die Zottige Wicke ist ihr rankender Wuchs. Die ein- bis zweijährige, krautige Pflanze kann dabei Längen von mehr als einem Meter erreichen. Ihre dünnen Stängel sind dicht behaart und haben damit wohl für den Beinamen „zottig“ gesorgt. Mithilfe von Ranken kann sie sich an benachbarten Pflanzen festhalten und so in die Höhe wachsen. Dieses Kletterverhalten verschafft ihr einen besseren Zugang zum Licht.
Die Blätter der Zottigen Wicke sind paarig gefiedert und bestehen aus mehreren schmalen Einzelblättchen. An ihrer Spitze befindet sich jeweils eine verzweigte Ranke. Die feinen Haare auf Blättern und Stängeln reduzieren vermutlich den Wasserverlust und bieten einen gewissen Schutz vor Freßfeinden. Besonders auffällig sind die Blütenstände der Pflanze. Zwischen Mai und August bildet die Zottige Wicke zahlreiche violette bis purpurfarbene Schmetterlingsblüten aus, die traubenförmig angeordnet sind. Der Aufbau der ca. 2 cm langen Blüten hat eine spezielle Struktur, die an die Bestäubung durch Insekten angepasst ist. Vor allem Hummeln und Wildbienen zählen zu den wichtigsten Bestäubern. Aufgrund ihres hohen Nektargehalts besitzt die Pflanze eine erhebliche Bedeutung als Nahrungsquelle für Insekten. Nach der Bestäubung entwickeln sich Hülsenfrüchte, in denen mehrere Samen heranreifen. Bei Trockenheit öffnen sich die Hülsen explosionsartig und schleudern die Samen aus. Neben dieser natürlichen Form der Vermehrung erfolgt die Ausbreitung auch durch landwirtschaftliche Nutzung. So wird die Zottige Wicke im Ackerbau häufig als Zwischenfrucht oder als Gründüngung eingesetzt. Verantwortlich hierfür ist eine besondere Eigenschaft. Wie viele Hülsenfrüchtler, lebt auch die Zottige Wicke in Symbiose mit sogenannten stickstoffbindenden Knöllchenbakterien. Diese Bakterien siedeln an den Wurzeln und wandeln in der Luft befindlichen Stickstoff in Verbindungen um, welche von Pflanzen aufgenommen werden können. Dadurch verbessert die Pflanze die Bodenfruchtbarkeit und spielt eine wichtige Rolle im nachhaltigen Pflanzenbau. Zwar hübsch anzusehen, Vorsicht geboten ist jedoch in Bezug auf die Essbarkeit der Zottigen Wicke. Junge Pflanzenteile und Blüten gelten zwar als bedingt essbar, die Samen enthalten jedoch verschiedene toxische Inhaltsstoffe, die nicht als Nahrungsbestandteil geeignet sind.

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