In „kommentiert:“, unserem Kommentar der Woche, spricht diesmal Annett Heidecke. Sie ist freie Autorin und Lektorin aus der Westlausitz. Ihr Thema heute: „Herbst – Ein Spiel aus Licht und Dunkelheit“.(jb)
Der Kommentar zum Nachlesen:
Der Herbst begann vor wenigen Tagen mit dem Herbst-Äquinoktium am Mittwoch, den 23. September 2026 um 02:05 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit.
Tag und Nacht umkreisen einander, folgen einander seit Anbeginn der Zeit. Licht und Dunkelheit sind annähernd gleich stark. Mythen, Mysterien, aber auch schlichte Betriebsamkeit sind dieser Jahreszeit typisch.
Wir sehen riesige Maschinen über die Felder und Straßen donnern. MonströseErntemaschinen lassen Staubwolken über den Feldern schweben.
In vielen Gebieten unserer Lausitz beginnt mit Emsigkeit die Apfel und Birnenernte auf den Plantagen. Kürbisse zieren Haus und Hof.
Die Natur bereitet sich auf die Kälte des Winters vor. Die Menschen legen seit jeher Vorräte an, um im Winter nicht zu darben und auch heute freut man sich noch über jedes Marmeladenglas mit einem Schatz aus dem Garten, lecker und voller Erinnerungen an Wärme und Sonne. Schulkinder freuen sich auf die Oktoberferien und so manch ein Fan des Gruselns und Schauderns bereitet sich akribisch auf Halloween vor.
Oft hört man die Altvorderen: „Das hätte es früher nicht gegeben. Muss denn jeder Mist aus den USA übernommen werden?“ Unlängst vernahm ich die Aussage: „Traditionen sind wichtig in diesen unruhigen Zeiten. Man solle sich doch auf das Althergebrachte und Beständige besinnen.“
Es handelt sich um einen uralten europäischen Brauch. Im christlichen Glaubensraum wird seit mehr als zweitausend Jahren Erntedank und Allerheiligen gefeiert.
Halloween steht als Kurzform für All Hallows Eve, der Abend vor Allerheiligen. Dort soll sich die Pforte zwischen dem Diesseits und dem Jenseits öffnen und haben nicht alle Mythen und Legenden einen wahren Kern?
In unserer Lausitz sind die Sorben ansässig, die zum Großstamm der Slawen gehören. Im slawischen Sprachraum feiert man das Fest Obžinky, ein Dankesfest an die Götter für Getreide, Früchte und Honig. Selbes Fest, anderer Name.
Glauben, Beständigkeit, Traditionen und Zusammenhalt sind wichtiger denn je in einer sich immer stärker ändernden Welt.
Ich wünsche Ihnen einen wundervollen bunten friedvollen und vor allem leckeren Herbst.
Annett Heidecke







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