Lausitzkommentiert: Ein bisschen Frieden

In „kommentiert“, unserem Kommentar der Woche, spricht dieses Mal Gerald Svarovsky. Er ist freiberuflicher Honorarprofessor an verschiedenen staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen. Er wünscht sich wieder ein miteinander, statt gegeneinander – im kleinen wie im großen.(mp)

Der Kommentar zum Nachlesen:

Vor fast 45 Jahren sang Nicole ihren wohl bekanntesten Song „Ein bisschen Frieden“ und gewann damit den Eurovision Song Contest. Darin heißt es u.a. „Ich singe aus Angst vor dem Dunkeln ein Lied und hoffe, dass nichts geschieht.“ Das war 1982. Wir lebten im kalten Krieg. Meine Generation ist im Frieden aufgewachsen, von diesem kalten Krieg habe ich weitestgehend aus den Medien erfahren, nur manchmal wurde es etwas mulmig, z.B. eben 1982 mit der Ausrufung des Kriegsrechtes und dem Verbot der Gewerkschaft Solidarnosc in Polen. Selbst die Aktivitäten im Taucherwald, also direkt vor unserer Haustür sind den meisten von uns erst weit nach der Wende umfassend bekannt geworden.

Was passierte 1982 in der Welt?

Der Falklandkrieg – scheinbar weit weg von Europa – fand zwischen Großbritannien und Argentinien statt, der israelische Einmarsch in den Libanon führte zum Massaker von Sabra und Schatila. In Deutschland endete die Ära von Helmut Schmidt, Helmut Kohl wurde Bundeskanzler. Die globale Rezession, ausgelöst durch die Ölkrise, hielt an, es stiegen Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung. Und wie ist es heute, wiederholt sich die Geschichte?

„Ich singe aus Angst vor dem Dunkeln ein Lied und hoffe, dass nichts geschieht.“

Reicht Hoffnung allein aus? Können wir als Bürger vor Ort überhaupt Einfluss nehmen auf das aktuelle Weltgeschehen? Ich glaube, allein sind wir hier überfordert, hier muss die Bundespolitik in der globalen Welt ihr Möglichstes tun, hier muss vor allem Europa zusammenhalten. Aber natürlich sind auch wir gefragt. Denn auch regional, oft in der Nachbarschaft oder zwischen den Gemeinden herrscht mittlerweile eine Art Ellenbogengesellschaft. Bayern klagt gegen das System des Länderfinanzausgleichs. Gute Beispiele in der kommunalen Zusammenarbeit, wie die jüngste Gründung des Tourismusverbandes Oberlausitz e.V. Ende Januar 2026 in Bautzen, werden überlagert von Konkurrenzkämpfen zwischen den Kommunen, wie z.B. dem Handelsstreit im Oberland. Private Nachbarschaftshilfe wird überlagert von Egoismen und einer gewissen Klagewut. Schließlich hat ja fast Jeder eine Rechtsschutzversicherung.

Aber muss das so sein? Können wir nicht versuchen, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten? Wir müssen im Kleinen anfangen wieder miteinander zu reden und die Meinung unseres Gegenüber zu akzeptieren.

Lassen Sie uns gemeinsam, Jeder mit seinen Möglichkeiten, daran arbeiten, die Menschen in unserem Land wieder mehr zusammen zu bringen und dies auf allen Ebenen, in der Nachbarschaft, zwischen den Kommunen, zwischen den Bundesländern, in Europa.

Gerald Svarovsky

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