Lausitzkommentiert: Alarm an der Tankstelle

kommentiert: Alarm an der Tankstelle

In „kommentiert:“, dem Kommentar der Woche, hat immer ein Lausitzer oder eine Lausitzerin das Wort. Diesmal hören wir Alf Wallner, den Leiter der Konrad Zuse Akademie in Hoyerswerda. Er spricht über die aktuell hohen Spritpreise. Dabei geht er auf Ursachen und Folgen in allen Bereichen ein.(mp)

Der Kommentar zum Nachlesen:

Wer das Pech hatte, in den letzten Tagen Tanken zu müssen, hat vielleicht ungläubig auf die Tafel mit den aktuellen Preisen geschaut. Diese gehen seit Tagen durch die Decke. Benzin, Diesel und auch Gas haben sich in den Tagen seit Beginn des Krieges im Iran enorm verteuert und ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht. Für den einen Teil der Verbraucher ist das ärgerlich und der versucht, kostensparend zu fahren oder alternative Verkehrsmittel zu nutzen. Für einen großen Teil gibt es aber keine andere Möglichkeit als mit dem Auto zum Job zu fahren, die Pendler trifft es also besonders hart.

Aber nicht nur die privaten Verbraucher stöhnen unter der Last der hohen Preise. Kaum eine Branche der Volkswirtschaft kann auf Benzin, Diesel oder Gas verzichten, im Gegenteil, dies hält die Industrie am Laufen. Insbesondere die Transport- und Logistikbranche muss die hohen Kosten verarbeiten und – man ahnt es – sie dem Endverbraucher in Rechnung stellen. Es wird vermutlich nicht mehr lange dauern und wir alle werden es an den Preisen im Supermarkt zu spüren bekommen. 

Daher ist der Ruf nach einem regulierenden Eingreifen des Staates verständlich, jedoch hat die Regierung keinen Einfluss auf die Preise am weltweiten Energie- und Rohstoffmarkt. 

Allerdings ist es nicht verwunderlich, dass die Energiepreise in Deutschland deutlich höher liegen, als in den meisten europäischen Staaten. Der Preis wird bekanntlich nicht allein vom Weltmarkt diktiert, sondern er beinhaltet zusätzlich Steuern und Abgaben, die in Deutschland besonders hoch sind. Energiesteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer tragen zu ca. 55% des Benzinpreises bei. Staatliche Eingriffe wären dabei leicht und relativ unkompliziert umsetzbar. Es würde allerdings auch geringere Einnahmen für den Staat bedeuten und in Zeiten knapper Kassen ist es eher unwahrscheinlich, dass auf dieses Geld verzichtet wird. 

Seit dem 1. April nun dürfen die Mineralölkonzerne den Preis an den Tankstellen nur noch einmal am Tag erhöhen. Das sorgt zwar für etwas Planungssicherheit, bringt aber – wie man erfahren konnte – keine sinkende Preise. Es bleibt also kompliziert.

Es gibt jedoch eine Lösung für all die Verwerfungen, Unsicherheiten und hohen Energiepreise.

Eine schnelle Beendigung des Krieges im Iran und die Rückkehr zum freien und fairen Welthandel.

Alf Wallner

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




Home
Blitzer
Whatsapp
Mail