Der Förderverein des Museums der Westlausitz stellt sich gegen die Pläne des Landkreises Bautzen, die Trägerschaft für das Kamenzer Museum Ende 2027 aufzugeben. Diese Pläne wurden im Rahmen des Haushaltsentwurf am vergangenen Montag im Kreistag vorgestellt. In einem offenen Brief kritisiert der Förderverein vor allem die vom Landkreis genannten Kosten, welche nicht der Realität entsprechen würden. Der jährliche Zuschuss liege demnach im Schnitt bei rund 800.000 Euro und damit deutlich unter den vom Landkreis genannten 1,1 Millionen Euro. Auch die Sanierungskosten von 15 bis 20 Millionen Euro seien nicht nachvollziehbar. Nach früheren Studien liege die aktuelle Kostenprognose bei rund sieben Millionen Euro. Zudem bestehe laut Förderverein derzeit kein akuter Sanierungsbedarf. Des Weiteren betont der Verein die Bedeutung des Museums für die Region. Jährlich kommen rund 26.000 bis 32.000 Besucher. Das Museum der Westlausitz kritisiert vor allem auch die fehlende Kommunikation zwischen Museumsleitung und Landkreis. Wie auf Nachfrage zu erfahren war, wurde dem Museum selbst nur wenige Tage vor dem Kreistag über das Vorgehen berichtet und es sei nicht mit einbezogen worden. Das Museum zeigt sich geschockt und überrumpelt. Der Förderverein fordert nun einen offenen Dialog über die Zukunft der Einrichtung und erklärt sich zu Gesprächen über mögliche Einsparungen oder eine Neuausrichtung bereit. Wie es mit dem Museum nach 2027 weitergeht und was mit den Ausstellungsstücken und Sammlungen geschehen sollte, ist derzeit offen.(cb)
ZEITNAH – Nachrichten für die Lausitz
Kamenz: Förderverein kritisiert Pläne für Museum der Westlausitz
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