Im öffentlichen Nahverkehr in Ostsachsen werden ab Dezember Zugleistungen gekürzt. Grund sind deutlich gestiegene Trassenpreise, die Gebühren, die Eisenbahnunternehmen für die Nutzung der Schienen zahlen. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) kündigt deshalb unter anderem Kürzungen bei der S-Bahn-Linie S3 und der Regionalbahn RB45 an. Die Änderungen gelten ab dem 13. Dezember. Allein 2026 sind die Trassenpreise für den Schienenpersonennahverkehr gegenüber der ursprünglichen Festsetzung um rund neun Prozent gestiegen. Für den Verkehrsverbund Ostsachsen bedeutet das nach eigenen Angaben zusätzliche Kosten von rund 8,8 Millionen Euro. Das vorhandene Budget reicht dafür nicht aus. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Die bisherige gesetzliche Begrenzung der Trassenpreise für den Regionalverkehr wurde als europarechtswidrig eingestuft. Die Bundesnetzagentur musste die Preise deshalb neu festsetzen. Für den Schienenpersonennahverkehr stiegen die Entgelte dadurch bundesweit um rund neun Prozent. Für 2027 wird bereits mit einer weiteren Steigerung um knapp acht Prozent gerechnet. Der VVO befürchtet deshalb zusätzliche Belastungen und weitere Einschränkungen des Zugangebots, wenn die Mehrkosten nicht ausgeglichen werden.(pm/an)
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