Lausitzkommentiert: Der Vergleich täuscht

In „kommentiert:“ spricht heute Moritz Dangrieß, der Abteilungsleiter Volleyball bei der Sportgemeinschaft Großröhrsdorf. Er widmet sich heute dem Thema Vergleich auf Socia Media. Schauen wir zu selten auf uns selbst, ohne uns direkt mit Anderen zu vergleichen?(mp)

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Wenn man durch Social-Media scrollt, sieht man überall Luxus. Schöne Wohnungen, Reisen, teure Autos. Alles wirkt leicht, fast selbstverständlich. Und irgendwo kommt dann dieser Gedanke: Warum sieht das bei allen anderen so einfach aus?

Man hat das Gefühl, die anderen kommen klar. Die wissen, was sie tun, treffen die richtigenEntscheidungen und kommen so deutlich schneller voran. 

Und man selbst? Irgendwie nicht so richtig. Man probiert Dinge, verwirft sie wieder, zweifelt, denkt zu viel nach. Fast so, als würden die anderen sprinten und man selbst versucht im Handstand mitzulaufen.

Und je öfter man das sieht, desto schneller wird daraus dieser leise, aber hartnäckige Gedanke: Vielleicht werde ich so etwas niemals erreichen.

Eigentlich vergleicht man sich da mit etwas, das man gar nicht richtig einschätzen kann. Man sieht Ergebnisse, keine Wege. Kein Scheitern, kein Hin und Her, keine Phasen, in denen gar nichts läuft und nicht die negativen Gedanken, die diese Person ebenso hatte. Nur das, was am Ende gut aussieht.

Die eigene Unsicherheit fühlt sich dagegen viel realer an. Weil man sie kennt. Weil sie nicht gefiltert ist. Und genau da liegt vielleicht der Ansatz. Nicht ständig nach außen schauen. Nicht überlegen, wer wo steht. Sondern sein eigenes Handeln reflektieren und sich fragen: Was mache ich gerade eigentlich selbst? Sachen anfangen und beenden, auch wenn sie nicht perfekt sind. Entscheidungen treffen, auch wenn sie sich nicht zu hundert Prozent richtig anfühlen.

Klingt simpel, ist es aber nicht immer. Aber genau das ist ausreichend. Schritt für Schritt ein bisschen mehr Klarheit bekommen. Nicht, weil plötzlich alles funktioniert, sondern weil man sich bewegt. Und vielleicht merkt man dann irgendwann: Die anderen hatten es nie mehr im Griff, als man selbst und man war nie so weit weg, wie es sich angefühlt hat.

Moritz Dangrieß

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