Hält der „Bahnhof des Jahres 2024“ im Winter 2026 noch seine Versprechen

Bautzen – Freitagabend, kurz vor 22 Uhr. Vom Zug RB 60 nach Görlitz, der pünktlich um 21.55 Uhr abgefahren ist, sind noch die Schlusslichter zu sehen. Aber kein Problem, eine knappe halbe Stunde später kommt der nächste Zug in die Neißestadt. Jetzt ist des Reisenden Ziel: ein warmer Raum und eine Toilette, denn draußen herrschen kalte und unangenehme Minusgrade. Doch das Bahnhofsgebäude des erst vor kurzem prämierten „Bahnhof des Jahres 2024“ ist überall abgeschlossen, eine Toilette ist nach Umrunden des Gebäudes ebenso wenig zu finden, wie ein Raum zum Aufwärmen. Von einem Glühwein kann der Reisende, der hier gestrandet ist, nur träumen, in einer in der Kälte langen halben Stunde. Der Blick auf die Uhr, deren Zeiger viel zu langsam Minutenweise weiterspringt, wird langweilig, zumal die Kälte immer tiefer in die Kleidung dringt. Da hilft nur bewegen: Treppauf- Treppab – und möglichst windgeschützt in der Unterführung hin und her laufen. Der Aufzug hilft auch nicht wirklich, denn er funktionierte nicht auf Knopfdruck. Barrierefreiheit? Fehlanzeige! Also weiterbewegen bis der Zug kommt und bestenfalls die Grundbedürfnisse, wie etwas Schutz und Wärme erfüllt, was der „Bahnhof des Jahres 2024“ um diese Zeit leider nicht mehr anbietet.(ras)

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