kommentiert: Altersgrenze für Social Media?

https://youtu.be/iYOjZHxTohs

Der Kommentar zum Nachlesen:

Australien hat es vorgemacht und auch bei uns wird jetzt eifrig diskutiert, ob Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat oder YouTube mit einer Altersbeschränkung versehen werden sollten. Die EU würde gern die Nutzung der Plattformen für unter 13-Jährige verbieten, in Australien liegt die Altersgrenze aktuell bei 16 Jahren.

Aber wie sinnvoll ist eine solche Altersbegrenzung und was hätte sie für Auswirkungen?

Die meisten Experten und Eltern sind sich darin einig, dass akuter Handlungsbedarf besteht.

Cybermobbing, Desinformation, künstlicher Leistungsdruck bis hin zum Suchtverhalten sind leider reale Risiken und Gefahren, denen nicht nur Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind. Sie davor zu schützen, ist Aufgabe der Eltern und der gesamten Gesellschaft. 

Doch wie kann dieser Schutz erreicht werden?

Die Nutzung für bestimmte Altersgruppen zu verbieten ist dabei wohl die einfachste Lösung.

Doch es gibt ein Problem: Soziale Medien sind Teil unseres Lebensalltags geworden. Sie dienen unserer Kommunikation, unserer Information, der Meinungsbildung und somit der Teilhabe am Gemeinwesen. Denn die Nutzung von Social Media hat auch viele Vorteile. Es gibt viele Kanäle, die seriöse Informationen anbieten, Wissen verbreiten, Probleme erklären und viele machen es vor allem auch kind- und altersgerecht. 

Sofatutor zum Beispiel bietet Erklär- und Lernvideos ergänzend zum Unterricht in der Grundschule. Es gibt weitere Unmengen an nützlichen und altersgerechten Kanälen. Diese könnten bei einer Altersbegrenzung auch nicht mehr genutzt werden. 

Wollen wir das wirklich?

Auch die technische Umsetzung einer funktionierenden Altersbeschränkung bleibt fraglich. Natürlich ist es technisch machbar, das Alter der User vor der Nutzung von Social Media Apps zu prüfen. Aber wenn bereits Grundschüler wissen, wie man das Geoblocking umgehen kann, um in Deutschland gesperrte Seiten aufzurufen, ist es wohl eher naiv zu glauben, dass diese Altersbeschränkung ernsthaft funktionieren würde.

Es bleibt eigentlich nur ein gangbarer Weg: Die Vermittlung von Medienkompetenz für Kinder, Eltern und auch Lehrer. Wer wirklich weiß, wie Social-Media-Plattformen funktionieren, welche Rolle dabei die Algorithmen spielen, wie ich Falschinformationen erkenne, ist gut geschützt vor Risiken, die die Nutzung beinhalten. 

Eltern und Schule können sich hier nicht aus der Verantwortung nehmen, denn nicht das Medium ist das eigentliche Problem, sondern unser Umgang damit.

Alf Wallner

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